Die Prinzessin in der 2. Klasse
09. Mai 2012
Seit Anfang Februar ist die Prinzessin nun in der 2. Klasse. Schon bei der Einschulung ergab sich, dass der Direktor erwähnte, dass ein Überspringen eventuell nötig werden könnte, da die Prinzessin sehr weit sei. Seitdem habe ich mir Gedanken darüber gemacht und gehofft, dass ich diese Entscheidung nicht treffen muss.
Ende Januar gab es dann aber einen Vermerk im Heft, die Lehrerin wolle mit mir über die weitere schulische Laufbahn der Prinzessin sprechen. Direkt war mir klar, worum es gehen muss und ich überlegte hin und her und hatte schreckliche Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen.
Zum Termin ging ich mit dem festen Vorsatz “nein” zu sagen. Doch die Argumente der Klassenlehrerin waren einleuchtend und absolut überzeugend. Sie sprach davon, die Prinzessin würde sich langweilen, Aufgaben erst nach weiterem Ermahnen erledigen, den anderen Kinder viel zu viel helfen, stören und teilweise fast schlafen.
So trug es sich dann zu, dass sie 2 Tage später in die 2. Klasse ging. Der erste Tag war wie eine erneute kleine Einschulung. Sie war nervös und ein richtiges kleines Nervenbündel. Doch am Ende des Schultages war sie total glücklich und wollte unbedingt weiter in die 2. Klasse gehen. Die Entscheidung habe ich mit der Prinzessin durchgesprochen und wir hatten ausgemacht, dass sie zunächst einmal für nur 2 Wochen in die 2. Klasse käme. Das Ganze erweitert auf 2 Monate, würde erst dann die endgültige Entscheidung fallen.
Die 2 Monate sind schon seit einem Weilchen vorbei, die Prinzessin fühlt sich wohl und es ist undenkbar sie wieder in die 1. Klasse zu schicken. Von einer sehr guten Erstklässlerin ist sie zu einer der besten Zweitklässlern ihrer Klasse geworden.
Kürzlich gab es einen Elternsprechtag, bei dem ich erfuhr, dass sie sich durchweg positiv verhält. Die Zeugnisnoten sehen bislang auch gut aus. In Lesen bekommt sie eine 1 (was sie aber noch nicht weiß), in Deutsch und Mathe stehen die Noten noch nicht fest, da noch einige Klassenarbeiten anstehen. Hier sehe ich aber keine Probleme. In Deutsch hat sie bislang 2 Einser und eine zwei geschrieben. In Mathe gleich in der 2. Woche eine drei – was ich in Anbetracht der Umstände absolut in Ordnung finde. Morgen steht die nächste Mathearbeit an und wir lernen aktuell täglich ein bisschen. Sie macht oft Flüchtigkeitsfehler, worüber sie sich dann sehr ärgert. Z.B. rechnet sie mit dem falschen Rechenzeichen. Wenn eine Aufgabe 8:2 lautet, rechnet sie 8×2 – ist natürlich ärgerlich, aber so langsam wird das auch besser.
Natürlich musste (und muss) sie eine ganze Menge nachholen. In Mathe fehlte ihr der 10er-Übergang, das Rechnen bis 100 und einige Rechentechniken. In Deutsch die grundlegenden Wortarten (Nomen, Verben und Adjektive) und die vereinfachte Ausgangsschrift (Schreibschrift). In Englisch einige grundlegende Vokabeln.
Anfangs bedeutete das viel Nacharbeit, besonders in Mathe und Deutsch. Nach der Schule haben wir fast täglich gelernt, doch es hat sich gelohnt. Mittlerweile müssen nur noch hier und da Vokabeln gelernt werden. Den Rest hat die Prinzessin nachgeholt und ist absolut froh und glücklich in der 2. Klasse.
Sie fühlt sich wohl, ist in allen Fächern gut und steht überall mindestens zwei.
Ich staune immer wieder, was mein kleiner Schatz alles kann.

Bisher sind wir von diesen ekligen Krabbeltierchen verschont geblieben. Die Prinzessin ist nun seit gut 6 Jahren in Fremdbetreuung (Tagesmutter, Kindergarten, OGS) und egal wann und wo die Läuseplage umherging, wir wurden verschont.
Wie ich ja bereits
Sie wurde von uns mit ihrer Schultüte in Empfang genommen und sollte sich dann noch mit ihrer Klasse in der Aula für ein Klassenfoto aufstellen. Das war dann zu viel verlangt und sie schaut auf keinem einzigen Bild auch nur halbwegs glücklich in die Kamera. Zum Einen war ihr der Ranzen zu schwer, zum Anderen dann auch noch die Schultüte. Und zu guter Letzt war sie immer noch ein totales Nervenbündel. Meine kleine Prinzessin eben 
Am Donnerstag ist die Einschulung der Prinzessin. Dieses Jahr. Im September. In weniger als 2 Tagen habe ich ein Schulkind. Wie es mir damit geht? Seltsam! Die Prinzessin freut sich, natürlich. Ich auch. Irgendwie. Auf der anderen Seite beginnt dann ein neuer Lebensabschnitt. Ich fürchte das “groß werden” wird von da an viel viel schneller gehen.



